US Road Trip Tag 6

Tag 6

USA Reiseberichte

Hannibals US Road Trip - Mietwagenrundreise durch den Westen der USA



6. Tag - 03. September 2008

  Foto: Auf dem Freeway 15 Richtung Utah

Heute werden wir die Zivilisation endlich hinter uns lassen. Wir verlieren keine Zeit, streichen das Frühstück, checken sofort aus dem Luxor raus und steigen endlich wieder in unseren Nitro. Heute fährt der Housemeister, folglich hab ich mehr Zeit zu filmen. Bevor wir Vegas endgültig verlassen, machen wir noch kurz Stop am "World's Largest Gift Store" am nördlichen Strip und kaufen noch ein paar Souvenirs. Wenig später verschwinden die Casino-Burgen in unserem Rückspiegel und diesmal tut's mir nicht wirklich leid.... der Reiz der Fantasie-Luftschlösser, die von innen alle gleich aussehen, ist irgendwie verflogen, wenn man sie denn mal alle gesehen hat. Was dann nur noch bleibt ist endloses Geblinke, flächendeckendes Klimpern und der anstrengende Wechsel zwischen Wüstenklima und dem totalen Klimaanlagen-Armageddon....naja...und das Spielen, aber bis die ersten Millionen auf meinem Konto angespart sind, werde ich das auch besser erst mal unterlassen...;-)

  Foto: Im Zion National Park...

Dem Freeway 15 folgend zieht es uns nun Richtung Utah, links und rechts ziehen endlose Weiten an uns vorbei, die am Horizont von scharfkantigen Bergketten eingezäunt werden. Bei einem Zwischenstopp vor "The Narrows", ein Streckenabschnitt, der den Freeway durch eine gewaltige Schlucht ins Colorado Plateau führt, begrüßt uns der wilde Westen mit kräftigem Sonnenschein der Marke 40°C und mehr. Wir besorgen uns ein großes Sandwich bei Subway und sprinten schnell wieder zum angenehm klimatisierten Auto....und dann geht's rein in die erste ungemein beeindruckende Schlucht. Wie aus dem nichts führt der Freeway vom flachen Wüstenland in ein mächtiges Gebirge, dass sich brachial zu beiden Seiten hin auftürmt. Unsere Unterkiefer liegen auf den Fußmatten und selbst der eigentlich eher Städte-begeisterte Housemeister hat Probleme, sich nur auf die Fahrbahn zu konzentrieren. Nach knappen 10 Minuten ist der Spuk vorbei und die Farbe der Landschaft hat sich von einem warmen Gelbton in ein leuchtendes Rot verwandelt. Überall ragen Felsmonolithen empor, voneinander getrennt durch gewaltige Schluchtabschnitte und wir mittendrin. Unglaublich!

  Foto: Im Zion National Park...

Wenig später fahren wir beim angepeilten Zion National Park vor, erstmal den National Park-Pass kaufen. 80$ mittlerweile, aber dafür freie Fahrt durch jedes dieser gigantischen Naturwunder. Kein Schnäppchen, aber die Kohle ist bestens investiert. Mit der freien Fahrt stimmt im Zion National Park leider nicht so ganz, der Shuttle Bus zerstört jegliche Cruising-Träume und bringt uns unklimatisiert durch das immens beeindruckende Tal, durch welches sich der Virgin River schlängelt. Beim letzten Zion-Aufenthalt war ich sehr traurig, dass wir nur 2-3 Stunden Zeit hatten. Heute ist das leider wieder so, wir haben trotz fliegendem Start im Gift Shop einiges an Zeit verplempert und die gigantischen Weiten unterschätzt man hier immer wieder. Aber für mich steht fest: Beim nächsten mal definitiv länger! ;-)

  Foto: Im Zion National Park...

Wir fahren mit dem Bus bis zur letzten Haltestelle, machen einige Fotos am Virgin River und fahren recht zügig wieder zurück zum Visitor Center, denn zumindest der Zion Overlook soll heute trotz knappen Zeitplans noch drin sein. Am Auto angekommen fahren wir also zielsicher auf dem Highway 9 Richtung Osten und stehen nach einem eindrucksvollen Serpentinen-Parkur wenig später auf dem Parkplatz. In unserem Reiseführer ist der Trail zum Zion Overlook mit ca. 15 Minuten angegeben...eine Angabe, die einen Tick zu optimistisch ist. Der Wanderweg zum Aussichtspunkt führt mitten durch die Wildnis. Es gibt keine Geländer, die den hoffentlich schwindelfreien Touristen von den 100-200m Abgrund trennen, der sich links vom unbefestigten Trail einladend öffnet. Als Höhenangstler bin ich mittelschwer begeistert, beiße mich aber dennoch durch, auch als an einer Stelle ein klappriges Holzgerüst als Überbrückung für ein Stück abgebrochener Weg herhält. Nur die fehlende Musikuntermalung trennt uns nun noch von einem "Indiana Jones"-Streifen.

  Foto: Auf dem Weg nach Kanab...

Nach einer knappen halben Stunde (soviel zu den 15 Minuten...) sind wir dennoch oben angekommen...und der Aussichtspunkt ist der erste richtige Augenöffner, der einem regelrecht den Atem abschnürt. Der Blick auf den Zion Canyon, der von bis zu 1000 Metern hohen Felswänden umringt ist, die flirrende Hitze, die Kiefergewächse, die sanft mit dem Wind schaukeln und eine sagenhafte Stille, die nur vom Rocker-Kumpel gestört wird... "Wieder alles so groß"... die zu kleine Panorama-Funktion bereitet ihm mal wieder Sorgen. Da die Uhr bereits in Richtung Sonnenuntergang tickt, haben wir Gegenlicht und ich setz mich lieber auf den Boden und lasse die Szenerie auf mich wirken, anstatt die halbe Speicherkarte gegen die Sonne zu verknipsen.

  Foto: Unser Hotel "Shilo Inn" in Kanab

Nach einer knappen halben Stunde Aufenthalt geht's wieder zurück über Stock und Stein zum Auto. Ziel ist Kanab, ein schönes kleines Örtchen in einmaliger Cowboy-Idylle, in dem u.a. Glenn Ford eine ganze Menge Western-Filme drehte.

Wir nächtigen heute im "Shilo Inn", eines der besseren Motels unseres Trips. Gut ausgestattet, sauber und Frühstück inklusive, preislich um die 80$ pro Nacht.

Vor dem zu Bett gehen noch ein Zwischenstopp im örtlichen Pizza Hut, wo die unendlichen Weiten und die atemberaubenden Dimensionen der Wildnis jede Menge Lob meiner Mitreisenden abkriegen...ich bin zufrieden, mein Plan geht auf...;-)

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